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Nachdenklicher Trainer

Was ändert sich für Trainer*innen durch die Corona-Krise?

Für Trainerinnen und Trainer hat die Corona-Krise praktisch über Nacht vieles verändert. Die ganze Weiterbildungs-Branche ist gezwungen, über ihr Geschäftsmodell grundlegend nachzudenken. Die neue Situation bringt viele Herausforderungen, aber auch Chancen mit sich.

Unsere Netzwerk-Partner Jacqueline und Jürgen haben mich zur Webparade eingeladen – mehr Infos dazu gibt es in ihrem Blogbeitrag. Eine Webparade beginnt damit, dass jemand zu der Parade einlädt. Wer einlädt, gibt Fragen vor. Wer mitmacht, beantwortet diese Fragen aus eigener Sicht. Jeder veröffentlicht einen Beitrag dazu. #AgileLernbegleitung

Hier kommen meine persönlichen Antworten.

Was verändert sich für Trainer*innen durch COVID-19?

Wir alle erleben eine Situation, die nie vorher da gewesen ist. Innerhalb von Tagen waren alle Anfragen und Buchungen verschoben, abgesagt oder die Planungen zumindest „erst einmal“ auf Eis gelegt. Da wir Trainer*innen ja oft Solo-Selbstständige sind, hat uns die Krise voll getroffen und die Einnahmen bei den meisten von uns auf unbestimmte Zeit auf Null gesetzt. So stellte sich für diejenigen, die auch als Coaches unterwegs sind, zunächst die Frage, wie gut man denn selbst mit Krisensituationen umgehen kann und wie stark die eigene Resilienz ist. Sozusagen der Lackmustest für die Weiterbildungsbranche, ob sie auch die eigenen Werkzeuge für sich selbst gut anwenden kann.

Dennoch glaube ich, dass es eine Riesenchance für Trainer*innen ist. Firmen erkennen, dass Arbeit im Homeoffice möglich ist. Wir alle lernen, dass auch Trainings und Seminare problemlos, nein: wunderbar! online stattfinden können. Selbst skeptische Klient*innen waren so begeistert vom Online-Coaching, dass sie weitere Sitzungen nur online durchführen wollten. Wir wissen nun, dass die Technologie viele Möglichkeiten bietet, die bislang eher ungenutzt blieben. Wir sehen auch, dass die Digitalisierung sogar in Deutschland angekommen ist. Naja, wenn das Internet noch genug Bandbreite bietet und die Kinder nebenan nicht Disney+ streamen. Somit ist es für mich persönlich eine große und willkommene Chance, künftig in einem guten Mix aus Online- und Präsenz-Veranstaltungen zu arbeiten. Und dabei auch die Vorteile von online oder blended learning nutzen zu können. Schließlich ist das mit dem Reisen so eine Sache. Alle paar Wochen im Hotel zu sein, ist eine nette Abwechslung. Jede Woche im Hotel zu schlafen, ist anstrengend und hat mich schon einmal in eine Erschöpfung geführt.

Einen Vorteil der aktuellen Krise hätte ich fast vergessen. Vor wenigen Wochen musste ich immer Beispiele suchen, um das Kürzel VUCA, das unsere heutige Welt prägt, zu erklären. Sie wissen schon: Volatilität (volatility), Unsicherheit (uncertainity), Komplexität (complexity) und Ambiguität, also Mehrdeutigkeit (ambiguity). Covid-19 hat uns gezeigt, dass sich die Welt von heute auf morgen stark verändern kann, wir mit großer Unsicherheit umgehen müssen, die Situation ausgesprochen komplex ist und es keine einfachen Lösungen gibt. Dazu kommt, dass der Stand der Medizin auch mehrdeutig ist – wir erinnern uns an den „Krieg der Virologen“.

Was sind die größten Herausforderungen für Trainer*innen im Umgang mit diesen Veränderungen?

Ich denke, dass die größte Herausforderung zu Beginn der Krise die finanzielle Situation war. Wer nicht auf größere Rücklagen zurückgreifen konnte oder wollte, durfte sich mit den Staatshilfen auseinandersetzen, die aber als Schnellschüsse auch viel Unsicherheiten und Unklarheiten zeigten.

Die nächste Herausforderung betraf dann die Umstellung von Präsenz- auf Online-Trainings. Dabei habe ich gelernt, dass es nicht nur anderer Didaktik bedarf, sondern auch wesentlich strafferer Moderation und eines souveränen Umgangs mit der Technik. Tatsächlich ist es auch ein ordentliches Stück Arbeit, bestehende Trainings „mal eben“ auf online umzustellen. Einige Erfahrungen dabei habe ich ja bereits in einem Blogbeitrag geschildert. Und natürlich durften Trainer*innen auch ihre Kund*innen bei den veränderten Rahmenbedingungen, Werkzeugen und anderen Besonderheiten von Online-Trainings unterstützen und begleiten.

Mittelfristig wird wohl die Herausforderung sein, einen persönlich sinnvollen Mix aus Präsenz- und Online-Trainings zu finden. Mancher gestandener Präsenztrainer wird vielleicht wieder erst im Seminarraum glücklich sein, andere werden nun auch andere und neue Formate wie kürzere Online-Einheiten ausprobieren.

Was ist hilfreich im Umgang mit diesen Herausforderungen?

Ich denke, ein gewisser Mix ist hilfreich: finanzielle Rücklagen (oder zumindest Unterstützung durch Partner*in bzw. Familie), ein ordentliches Maß an Resilienz, ein hartnäckiger (aber nicht blinder!) Optimismus und die Unterstützung durch Freunde und Kolleg*innen. Natürlich auch eine solide Online-Trainer-Ausbildung als Basis für die Umstellung aufs eigene Online-Business.

Was mir persönlich noch geholfen hat, waren die eigene Meditationspraxis sowie mein E-Mountainbike, mit dem ich viel Zeit draußen verbracht habe. Unser Voralpenland mit seinen Bergen, Seen und Flüssen ist ja wunderschön. So verbringe ich praktisch seit Beginn der Coronakrise immer einen Teil meiner Woche als „Urlaub daheim“. Ohne diesen Ausgleich wäre ich persönlich nicht so gut durch diese Zeit gekommen.

Welcher Nutzen ergibt sich aus den Veränderungen für Organisationen und Trainer*innen?

Ich glaube, der Nutzen liegt vor allem in einer höheren Flexibilität und Bandbreite an möglichen Maßnahmen. Für Organisationen ist natürlich die Einsparung an Kosten für Reisen und Übernachtungen ein Punkt, ebenso die Frage, wieviel Büro-Arbeitsplätze man denn wirklich langfristig braucht. Ich glaube, hier werden die nächste Zeit viel kontroverse Debatten geführt werden.

Bestimmte Kompetenzen wird man allerdings auch in Zukunft nur im Präsenztraining aufbauen können, weil es da einfach das eigene Erleben bzw. ein direktes Gegenüber braucht. So könnte ich mir ein Training zu Gesprächsführung oder gar eine Coaching-Ausbildung nicht als reines Online-Training vorstellen.

Insgesamt wird es wohl öfter zu einer zielgerichteten Kombination von Präsenz- und Online-Trainings kommen – blended learning wird sich endgültig etablieren. Auch bei mir waren bisher z.B. halbtägige Follow-ups meist am Reiseaufwand gescheitert. Ein Online-Follow-up könnte für viele Aufträge zum Standard werden.

Was sollten Trainer*innen können, um weiterhin erfolgreich zu sein?

Als allererstes fällt mir da natürlich die Kompetenz im eigenen Thema ein sowie die Erfahrung als Trainer, egal ob als Präsenz- oder Online-Trainer. Letztlich geht es immer darum, mit einer Gruppe von Menschen eine optimale Lernumgebung zu erzeugen und zu gestalten.

Wenn wir von mehr blended learnings ausgehen, sind natürlich auch Kompetenzen sowohl in der Online- als auch der Präsenz-Welt wichtig. So werden neben Online-Trainings auch Lernvideos, der Umgang mit Lernplattformen und den entsprechenden Formaten zu den Kompetenzen der erfolgreichen Trainer gehören.

Um all diesen Herausforderungen gewachsen zu sein, ist meines Erachtens ein gutes Maß an Selbstfürsorge nötig. Die gesamte Weiterbildungsbranche entwickelt sich aktuell sprunghaft in eine neue Richtung, das bringt neben viel Arbeit auch ein gewisses Maß an Stress für die einzelnen Akteure mit sich. Wir Trainer*innen werden uns in einer neuen Rolle finden. Dabei zeigt sich, ob wir unsere Werkzeuge zum Wandel von Kultur und Mindset auch erfolgreich für uns selbst anwenden können. Ein gutes Netzwerk und das unterstützende Gefühl einer hilfreichen Community, auf die man zum Erfahrungsaustausch setzen kann, wird sicher eine große Hilfe dabei sein.

Foto: Sinnesbichler

Dr. Markus Blaschkas Tipp:

Als Projektleiter bin ich für das gesamte Projekt verantwortlich, muss aber nicht selbst alles erledigen!

© by Dr. Markus Blaschka 2019

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