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Spiritualität und Unternehmenserfolg

Video-Konferenz im Business, private Skype-Telefonate und eine Bestellung bei Amazon. Oder die Abendnachrichten im Fernsehen, Unterhaltung auf Netflix sowie Fitness-Training per Livestream: Zuweilen rutscht mir schon mal die ernsthafte Frage zwischen die Gedankenströme „In welcher Welt bist du eigentlich gerade?“ Umso entspannender ist es dann, mit dem Rad an der frischen Luft ganz analog die Region zu erkunden oder beim Einkaufen mal wieder auf „echte Menschen“ zu treffen.

Die Corona-Distanz zwingt uns gerade einen grundlegenden Wandel des Alltags auf und lässt uns vieles unter ganz neuen, ungewohnten Blickwinkeln erleben. Auch die Businesswelt wird derzeit an vielen Ecken umfassend durcheinandergewirbelt. Sie wird digital beschleunigt und zugleich entschleunigt, was Reisen und bisher hochfrequent durchgetaktete Tagesterminpläne anbelangt. Zugleich geht die Transformation der Arbeitswelt weiter. Und nicht wenige Geschäftsmodelle werden gerade durch Corona gehörig auf den Prüfstand gestellt.

Die Frage nach dem Sinn

Da ist es kein Wunder, wenn in Business-Coachings zunehmend auch Fragen nach dem Sinn, nach persönlichen Zielen und Wertvorstellungen, Glaubenssätzen oder inneren Überzeugungen laut werden. Ganz bei sich zu bleiben, als Führungsperson Zuversicht zu zeigen und als „Fels in der Brandung“  weiterhin Orientierung zu geben: das ist in diesen Zeiten eine echte Herausforderung. Deshalb möchte ich in diesem Blogbeitrag nicht nur die Themen Persönlichkeitsentwicklung und Geisteshaltung, sondern auch die persönliche Spiritualität einer fokussierteren Betrachtung unterziehen.

Ein Beispiel aus meiner Coachingpraxis: ein Klient, im Job sehr erfolgreich, stellt fest, dass sich seine beruflichen Erfahrungen in einem bestimmten Zyklus von mehreren Jahren wiederholen. In einem bestimmten Lebensalter merkt er nun, dass er keinen neuen Zyklus starten will – er will seinem Leben stattdessen eine neue Richtung geben. Doch welche kann das sein? Aus meiner langjährigen Arbeit mit ihm weiß ich, dass er sehr gut mit seiner Intuition und seinen Bedürfnissen vernetzt ist, also spüren wir diesen Hinweisen nach. Aktuell verfolgen wir im Coaching die beiden Optionen, entweder in eine komplett neue Branche oder doch als Speaker auf die Bühne zu wechseln.

Ziele im eigenen Leben

Oder ein anderes Beispiel. Eine Klientin hat eine lang ersehnte berufliche Position endlich erreicht und fragt sich, woher denn ihre plötzlichen Schlafstörungen kommen. Jetzt, wo sie am Ziel ihrer beruflichen Träume ist. Im Coaching stellen wir fest, dass sie schon als Kind sehr gut darin war, die Erwartungen ihres Umfelds zu erfüllen – aber nicht, den eigenen Wünschen und Träumen nachzugehen. Mehr noch, sie hat im Leben vergessen, welche Träume und Ziele sie in ihrer Kindheit überhaupt hatte. Und das führte zu einem wachsenden Verlustgefühl an „innerer Lebendigkeit“. Im Coaching begeben wir uns auf die Suche nach den eigenen Bedürfnissen und früheren Träumen aus der Kindheit. Hier setzt die Biographiearbeit an.

Oft erfolgt der Einstieg in die spirituellen Themen über das wertebasierte Tool von profilingvalues, das wie ein zweiter Coach in diesen Sitzungen agiert. Profilingvalues lenkt auf eine Weise, die mich selbst oft verblüfft, den Fokus des Coachings auf Aspekte der Persönlichkeit, die dann zuweilen in spirituelle Fragen münden. Beispielsweise wenn die Verbundenheit mit dem Beruf – trotz hoher Leistung und Umsetzung im Job – nicht mehr vorhanden ist. Oder wenn im Fall des Items „Zielorientierung“ – das die Grundfrage „Wofür bin ich?“ stellt – bei einem eher schwachen Können (Symbol: Balken) das Wollen (Raute) komplett „überschießt“. Das heißt, wenn die Klientin gerade einen sehr hohen Fokus auf Fragen nach dem Sinn oder dem Selbstkonzept legt.

Spurensuche mit profilingvalues

Manchmal ist die aktuelle Situation den Betreffenden gar nicht so bewusst. Erst die Auswertung des Werteprofils von profilingvalues bringt das Thema ins Coaching. Und wenn ich dann nachfrage, wie das aktuelle vordergründige Thema mit dem Selbstkonzept zusammenhängt, ernte ich meist nach einem kurzen Aufblitzen längeres Schweigen. Beides zusammen sagt mir, dass wir jetzt den richtigen Fokus im Coaching haben und uns der Frage zuwenden, um die es „eigentlich“ geht.

Was in dieser Situation im Coaching oft mehr Klarheit bringt, sind ganz unterschiedliche Werkzeuge und Wege. Für die einen ist es die Suche nach dem „Life Purpose Statement“, ihrer eigenen Zielversion für den Beitrag, den sie im Leben leisten. Für andere geht es darum, mehr Klarheit über die eigenen Werte zu bekommen. Dazu arbeite ich gerne am „Schatten“ der Persönlichkeit. Nach der Lehre von C.G. Jung (1875-1961) sind darunter verdrängte, ungeliebte und unbewusste Persönlichkeitsanteile sowie archetypisch-symbolhafte Aspekte zu verstehen. Der Schweizer Psychiater Jung war Begründer der Analytischen Psychologie. Im Coaching geht es dann darum, die verdrängten Anteile wieder zuzulassen, ins eigene Verhaltensrepertoire zu integrieren und so die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

Mehr Lebenserfolg mit Meditation?

Doch stelle ich auch zunehmend fest, dass es vielen Klienten weiterhilft, wenn ich von meiner eigenen spirituellen Reise jenseits der klassischen Coaching-Werkzeuge erzähle. Oder nachfrage, ob und mit welchen spirituellen Methoden oder Lehrern sie sich schon beschäftigt haben. Nicht selten bin ich überrascht, wie viele Menschen sich bereits mit spirituellen Ansätzen beschäftigt haben, aber erst auf ausdrückliche Einladung und im geschützten Raum des Coachings davon erzählen. Viele haben auch den Einstieg über eine Meditations- oder Bewegungspraxis wie z.B. Zen, Yoga, oder Qi-Gong gefunden.

Ich selbst bin nach hartnäckigen, aber erfolglosen Versuchen im japanischen Zen und einer langen Reise bei der für mich passenden Praxis der Transzendentalen Meditation gelandet. Die „TM“ ist eine auf den ersten Blick recht einfache und klare Meditationsform. Sie entfaltet allerdings eine unglaubliche Wirkung, wenn man sie regelmäßig praktiziert. Eine ganze Reihe berühmter Persönlichkeiten führen ihren Lebenserfolg auf die TM zurück: etwa der Fotograf Peter Lindbergh, der Regisseur George Lucas, die Schauspieler Hugh Jackman oder Gwyneth Paltrow und viele andere. Die TM hat eine lange, zum Teil auch kritisch gesehene Geschichte, nur bietet sie aus meiner Sicht durch ihre Praxisorientierung unübersehbare Vorteile. Falls Sie neugierig geworden sind: Ich habe die TM bei Dr. Ulrich Bauhofer, einem renommierten Ayurveda-Arzt und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Ayurveda, in München erlernt und kann ihn wärmstens empfehlen.

Begegnung mit spirituellen Meistern

Welche spirituellen Meister sind Ihnen schon begegnet? Mir haben z.B. Jack Kornfield , Eckhardt Tolle, Deepak Chopra, Neale Donald Walsch, James Redfield, Joe Dispenza, Ajahn Brahm, Louise Hay zu bestimmten Zeiten meines Lebens viele wichtige Impulse gegeben.

Aktuell arbeite ich sehr intensiv mit dem Transformationslehrer Lee Harris, einem Musiker und Empathen, der sehr gut zu mir und meiner persönlichen Reise passt. Lee ist Brite und lebt heute in Kalifornien mit seinem Mann Steven, der ein wunderbarer Qi Gong-Lehrer ist. Lee schafft es für mich immer wieder, Themen bzw. Impulse in Worte zu fassen, die mich berühren. Seine Aussagen sind für mich stimmig, ich kann daran anknüpfen. Dabei hat er eine sehr angenehme, komplett unaufgeregte und „nicht-esoterische“ Art, seine Botschaften zu formulieren. Das schätze ich sehr an ihm. Eine liebe Freundin, die auch meine spirituelle Mentorin ist, hat mir vor einigen Wochen den Tipp gegeben und es war ein absoluter Volltreffer.

Lee hat neben seiner Website einen YouTube-Kanal (Tipp: das monthly energy update) und eine fantastische Community. Gerade für viele hochsensible Menschen spricht Lee als Empath auch oft über Themen, die für uns so wichtig sind. Nicht zu vergessen, kann man sich auch klanglich sehr passend auf ihn einstimmen. So hat er zusammen mit Davor Bozic erst im November ein wunderbares Album herausgebracht: Awaken, das man auf vielen Streamingportalen, z.B. Spotify, findet.

Spiritualität in Unternehmen

Auf einen letzten Punkt möchte ich noch eingehen, nämlich die zunehmende Rolle von Spiritualität in Unternehmen. Ich hoffe – ehrlich! -, dass ich hier Stirnrunzeln ernte… Und dennoch: Es gibt mittlerweile zahlreiche Firmen, die z.B. Meditation, Yoga oder Qi Gong anbieten und erstaunt sind, welch positive Effekte diese Angebote bei den Angestellten und damit auch für den Unternehmenserfolg hervorbringen. Mit der passenden Work-Life-Balance und dem richtigen, wertschätzenden „Flow“ arbeitet es sich einfach auch besser. Auch im Team! Gerade in Kreativ-Berufen ist das passende und entspannte „Klima“ nicht unwesentlich. Gute, kreative und nachhaltige Ideen lassen sich halt nicht unbedingt „auf Knopfdruck“ produzieren.

Ich bin, wie im Übrigen auch viele spirituellen Lehrer, der festen Überzeugung, dass unsere Welt an einem immer deutlicher spürbaren Übergang ist. Einem Übergang, wo wir den bisherigen „Raubtier-Kapitalismus“, der rücksichtslosen Ressourcenverbrauch einfordert samt dem Fokus auf Geld, Fakten und Leistung, hinter uns lassen. Wo wir auch merken, dass wir alle individuell als Menschen und nicht als nackte Kennzahl gesehen werden wollen. Menschen, die sich auch gern in einem Klima der Wertschätzung mit ihren vielfältigen Talenten ins Unternehmen einbringen.

Leistung und Lebensfluss

Das aktuell noch vorherrschende Paradigma der reinen Leistungsbilanzen hat allzu oft nur zu einem Ausbrennen und einem klaren Sinnverlust der Arbeit geführt. Diese Wirtschaftsweise des maximalen Erfolgs mag viel bewegt haben. Doch der Preis ist zu hoch wie die Klimakrise zeigt und Bibliotheken voller Studien zu den gegenwärtigen Verwerfungen eines Systems, das immer mehr Menschen krank macht. Spätestens bei den zunehmenden Fehlzeiten aufgrund körperlicher und psychischer Belastungen, aber auch beim Recruiting merken Firmen, dass dieser Weg in die Leere führt.

Was mich umgekehrt froh stimmt, sind die vielen positiven Impulse, die eine neue Entwicklung bereits deutlich erkennen lassen. Die junge Generation setzt unmissverständlich einen Kontrapunkt, indem sie nicht mehr auf finanzielle Anreize reagiert, sondern viel mehr Sinn und Balance in der beruflichen Tätigkeit einfordert. In der steht auch die Familien- und Werteorientierung auf der Agenda. Stichwort: New Work. Und das kann diese Generation ziemlich gut, weil die geburtenstarken Jahrgänge der „Generation X“ fast schon kollektiv im psychischen oder Sinn-Burnout gelandet ist und sich jetzt die Augen reibt.

Wie definiert sich künftig Erfolg?

Im vielzitierten „War for Talents“ drückt sich für mich ein neues Bewusstsein aus, das in Unternehmen mehr Beachtung finden sollte.  Denn es hat ganz praktische Konsequenzen. Wer heute Menschen wie Zitronen ausquetscht, um sie dann in den Burnout abzuschieben, wird nicht mehr erfolgreich sein. Wer hingegen den Menschen – beruflich wie privat – Impulse für die eigene Entwicklung gibt, auf die Work-Life-Balance achtet und als Unternehmen für eine sinnstiftende Arbeit steht, wird als Gewinner aus dieser Epoche hervorgehen. Die Frage ist: Definieren wir künftig unternehmerischen Erfolg ganz neu? Dabei spielt natürlich auch eine ganz wichtige Rolle, dass sich die jeweilige Führungscrew über ihre eigenen Wertmaßstäbe im Klaren ist. Härte, Kontrolle und Dirigismus sind zuweilen nichts anderen als der symbolhafte Ausdruck tiefsitzender Ängste und Enttäuschungen. Auch hier zeigt die „neue Zeit“ neue Lösungswege auf.

Was mir noch auffällt: Waren es bis vor gut zehn Jahren primär Manager in Führungspositionen, die sich von Zen, Achtsamkeitstraining und spirituellen „Techniken“ vielleicht noch mehr wirkungsvolle „Tools“ zur konsequenten „Selbstoptimierung“ erhofft haben, so ist die neue Suche nach Sinn und Spiritualität inzwischen in allen Etagen und Generationen angekommen. Gerade im Zeichen der Klimakrise wird die Frage „Wie soll die Wirtschaft der Zukunft“ aussehen, die auch unseren Enkeln eine Chance gibt, existenziell.

Alles eine Frage des Bewusstseins

Dass kreative neue Wege, die mit mehr Spaß, Freude, Offenheit und Gemeinsamkeit auch zu sehr erfolgreichen Geschäftsmodellen führen können, zeigen zahlreiche Beispiele. Auch in unserem Blog haben wir bereits viel darüber geschrieben. Am Eingängigsten ist sicher das Modell der unterschiedlichen Paradigmen, wie es bei Don Beck in Spiral Dynamics oder bei Frédéric Laloux in Reinventing Organizations nachzulesen ist. Mit Laloux: Wir verlassen gerade die Welt des orangenen, leistungsbezogenen Paradigmas in der Wirtschaft. An seine Stelle dürfen höhere Bewusstseinseben folgen. Nur: Wo sollen die denn herkommen, wenn nicht von Menschen, die sich mit ihrer Spiritualität ins Unternehmen einbringen?

Wie immer, freue ich mich auf Ihr Feedback, Ihre Gedanken und Ihre Fragen zu den Impulsen. Tatsächlich werden wir auch den Schwerpunkt Spiritualität in der nächsten Zeit ausbauen – bleiben Sie einfach an uns dran und kontaktieren Sie uns gerne mit Ihren Fragen und Wünschen dazu.

 

Dr. Markus Blaschkas Tipp:

Als Projektleiter bin ich für das gesamte Projekt verantwortlich, muss aber nicht selbst alles erledigen!

© by Dr. Markus Blaschka 2019