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Fakes und wie man sie aufdeckt

„Felix Beilharz ist echt!“ Mit dieser erstmal seltsam anmutenden Bemerkungen in einem neu erschienenen Buch trifft der TV- und Wissenschafts-Journalist Ranga Yogeshwar ein aktuelles Phänomen auf den Punkt: #FAKE. Ob Fake Profile, Fake News, Fake Shops, Fake Tests oder falsche Flirtprofile, Emails oder Gewinnspiele: Wer im Internet unterwegs ist, wird über kurz oder lang auf fragwürdige Seiten, Links oder Portale stoßen. Ob alles den Tatsachen entspricht oder Lügen und Tricks aufgetischt werden, ist oft nicht leicht zu unterscheiden. Wenn man erst die Orientierung und dann viel Geld verloren hat, ist der Schaden oft groß.

Führender Social-Media-Experte

Mein langjähriger Netzwerkpartner Felix Beilharz hat sich als Netz-Experte und einer der „führenden Berater für Online- und Social Media Marketing“ (RTL) im deutschsprachigen Bereich einen Namen gemacht. Immer wieder war er im Rahmen von TV-Reportagen, bei Recherchen für Vorträge oder der beruflichen Projektarbeit mit Täuschungsmanövern, Betrügereien und eben „Fakes“ befasst. Nicht zuletzt Donald Trump und die Corona-Krise wirkten zusammen mit den enormen Reichweiten in den sozialen Medien wie Brandbeschleuniger für Fakes aller Art. Grund genug, dass sich Beilharz mit dem Thema in seinem neuen Buch detailliert auseinandersetzt.

#FAKE – Wie du gefährliche Lügen, Abzocke und Gefahren im Internet erkennst, durchschaust und meidest“ ist der Titel seiner mittlerweile zehnten Publikation, die seit 1. Juli erhältlich ist. In einem Interview mit Hermann Scherer, das im Sender Hamburg 1 ausgestrahlt wurde, erzählt Beilharz, wie er selbst über Fake-Gewinnspiele mit scheinbar märchenhaften Traumgewinnen bei Facebook gestolpert ist. Auch in der Abendschau des Bayerischen Rundfunks ging der 38-Jährige in einem Interview detailliert auf die Falltüren und Täuschungsmanöver im Netz ein.

Fakes destabilisieren die Gesellschaft

„Da fallen zum Teil Hunderttausende von Leuten drauf rein, teilen das und sorgen so über die Algorithmen für eine riesige Reichweite solcher Meldungen.“ Beilharz machte ein Aufklärungsvideo dazu, das viral ging und 1,3 Millionen Mal geklickt wurde. „Das hat mir gezeigt, dass ein großes Interesse an der Aufklärung der Hintergründe besteht.“ Seitdem ist auch sein Rat als „Fake-Experte“ immer wieder gefragt.

Trump und die Corona-Krise mit ihren Verwerfungen haben gezeigt, dass Fake Produkte durch ihre massive Reichweite und Verbreitung inzwischen nicht nur Partnerschaften, Familien und Unternehmen destabilisieren können. Gefährdet sind ganze Gesellschaften und Demokratien. Massivere Gefahren sieht Beilharz durch sogenannte Deep Fakes heraufziehen. „Mittels künstlicher Intelligenz können inzwischen sogar Sprache und Gesichter in Videos gefälscht werden.“

Neuronale Netzwerke fälschen Videos

Beilharz erläutert dazu: „Videos gelten für uns meist als die ultimativen Beweise. Die Aussage ,Ich hab’s auf Video!‘ ist der Endgegner jeder Lüge, hat Karrieren ruiniert und Familien zerstört. … Wer etwas auf Video hat, hat im Prinzip jeden Streit und jedes Gerichtsverfahren schon gewonnen.“ Das Prinzip hinter Deep Fakes ist einfach: Man füttert ein „neuronales Netzwerk“, also einen sehr leistungsstarken Computer, mit Videoaufnahmen einer sprechenden Person. Am besten mit verschiedenen Aufnahmen und so vielen Sätzen, Gesichtsausdrücken und Emotionen wie möglich.

Aus diesen Daten errechnet der Computer dann ein digitalisiertes Abbild mit all den dazu passenden Bewegungen und der Art zu sprechen. Dieses „digitale Gesicht“ lässt sich dann in ein Video einer anderen Person implantieren. Es kann verblüffend echt Sätze formulieren, die das „Original“ so in Wirklichkeit nie gesagt hat. Beilharz erklärt, dass Deep Fakes bereits mit erstaunlich geringen Mitteln, etwa kostenlos erhältlicher Software, Internetzugang und einem leistungsstarken Rechner, hergestellt werden können.

Prominente in Fake Pornos

Bereits 2018 legte das Newsportal BuzzFeed so dem ehemaligen US-Präsident Barack Obama Worte über Amtsnachfolger Donald Trump in den Mund, die dieser nicht gesagt hat. Bekannt sind auch Deep-Fake-Fälle prominenter Schauspielerinnen und Stars, deren Kopf auf den Körper von Pornodarstellerinnen montiert wurden. Auch im Wahlkampf für den US-Senat 2020 wurden verschiedene Fake Fälle aufgedeckt.

Beilharz kritisiert, dass mit immer perfekter simulierten Video-Fakes eine der letzten Bastionen gesellschaftlich verbürgter Gewissheiten geschleift wird: „Dann leben wir in einer Welt, in der jedes Video, das wir sehen, echt oder komplett erfunden sein kann. Es fällt mir schwer, mir auszumalen, was das für eine Gesellschaft und deren Zusammenhalt und Vertrauen bedeutet.“

Bedenkliche Flut von falschen Wahrheiten

Der IT-Experte aus Köln verweist auch auf Videos vom Januar 2021, die Szenen vom Sturm auf das US-Kapitol zeigen. Zur Entlastung von Anschuldigungen an den Ex-US-Präsident Donald Trump wurde dazu die These verbreitet, bei den Videos handele es sich um Deep Fakes, die von den Linken inszeniert worden seien. „Momentan halten wir solche Behauptungen noch für ziemlich absurd und lächerlich, aber in zehn Jahren lässt sich das vielleicht schon gar nicht mehr so leicht entkräften“, kommentiert Beilharz.

Inzwischen ist man als Internet-User einer wahren Flut von falschen Influencern, Flirtprofilen und Ferienhaus-Vermittlern, Shops und Produkten, Bewertungsportalen, Testberichten, Kleinanzeigen und natürlichen Mails und Nachrichten ausgesetzt.

Interviews mit Ermittlern, Opfern und Betrügern

Was das Buch aus meiner Sicht besonders lesenswert und praxisorientiert macht, sind nicht nur die zahlreichen Themengebiete von Fakes, in die Beilharz anhand konkreter Beispiele detailliert Einblick gibt. Mindestens ebenso aufschlussreich sind Interviews etwa mit einem IT-Sicherheitsexperten über Deep Fakes, mit einem Investigativjournalisten beziehungsweise einem Ermittler über Cybercrime, mit einem Betrüger, der geklaute Social Media Accounts im Darknet zu Geld macht, und Opfern.

Beilharz zeigt zudem auf, warum wir häufig aufgrund von fehlender Medienkompetenz und wahrnehmungspsychologischer Ursachen anfällig sind für Fakes. Und wie wir uns dagegen wehren können. Er resümiert zudem: „Die gefälschten, unwahren oder verzerrten Nachrichten haben einen enormen Einfluss auf die Stabilität einer Gesellschaft, einer Demokratie und eines friedlichen Zusammenlebens.“

Aufklärung für mehr Medienkompetenz

Von daher tut Aufklärung Not. Über das Erkennen von Fakes sowie Abwehrmaßnahmen und Sicherheitshinweise im Umgang mit der täglichen Flut von Falschmeldungen, Sabotage-Mails oder robotergesteuerten Flirts. Aufklärung ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr medialer Selbstwirksamkeit. Denn Jahr für Jahr verlagert sich fast unbemerkt unser Leben ein Stück mehr vom analogen in den virtuellen Raum. Nicht zuletzt Corona hat dies deutlich gemacht. Hilfreich ist aus meiner Sicht, dass der Social-Media-Experte auch die technischen Grundlagen erläutert, die Fakes und das Multi-Milliardengeschäft damit erst ermöglichen.

Insofern kann man froh sein, dass sich hinter dem Wirtschaftsjuristen Felix Beilharz kein robotergesteuertes Fake-Profil, sondern ein wacher Geist verbirgt. Und man kann Ranga Yogeshwar beipflichten, der in seinem Vorwort zum Buch auf eigene Fake-Vorwürfe eingeht. Er sieht in der Aufklärungsarbeit des Social-Media-Experten aus Köln einen wichtigen Beitrag. Quasi ein Gegengewicht zur „digitalen Erregungsbewirtschaftung“ und Manipulation, zur Bildung von Meinungsblasen und gesellschaftlichen Echokammern: „Felix Beilharz ist echt!“

Felix Beilharz: #FAKE – Wie du gefährliche Lügen, Abzocke und Gefahren im Internet erkennst, durchschaust und meidest, Köln 2021, 353 Seiten, ISBN: 9783969668108.

Zum Autor

Felix Beilharz ist „einer der führenden Berater für Online- und Social Media Marketing“ (RTL). Er „zählt zu den besten Rednern Deutschlands“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung). Forbes bezeichnet ihn als „Germany’s Digital Marketing Rockstar“. Der Diplom-Wirtschaftsjurist beschäftigt sich seit 2001 mit den Möglichkeiten, die Online-Marketing für Unternehmen bietet. Als Autor hat er zehn Bücher veröffentlicht. Der Kölner lehrt Online-Marketing und Social Media an mehreren Hochschulen. Er trainiert Unternehmen, Behörden und Organisationen und hat Vorträge und Seminare in 17 europäischen Ländern sowie den USA gehalten. Eigene Weiterbildungen an den Universitäten Harvard und Cornell sowie die Berufung zum Digital Expert in Facebooks „Lernen mit Facebook“-Digitalkompetenzen-Programm runden sein Profil ab.