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Embodiment: Neue Ansätze fürs Coaching

Embodiment – und wie wir es im Coaching nutzen können

Im Frühjahr 2016 habe ich eine Ausbildung zum Embodiment-Trainer und Körpercoach bei the green field in Wien begonnen. Die Ausbildung erstreckt sich über mehrere Module bis Dezember.

Ich werde oft auf das Thema angesprochen, weil sich viele Menschen unter dem Begriff Embodiment nichts vorstellen können. Das ging mir anfangs genauso. Viele Menschen kommen aber auch derzeit auf mich zu und sprechen mich auf eine scheinbare Veränderung an, die sie an mir bemerken: „Ich kann es nicht genau beschreiben, aber irgendwas ist anders mit dir!“ Zeit, den Embodiment-Begriff einmal zu „entzaubern“. Was steckt dahinter?

Verkörperte Erfahrungen und Gedanken

Embodiment bedeutet zunächst einfach „Verkörperung“. Die Grundidee dahinter, die durch die neurobiologische Forschung bestätigt wird: All unsere Erlebnisse und Erfahrungen sind nicht nur z.B. als Erinnerungen im Großhirn abgespeichert, sondern in unserem gesamten Körper bzw. in unseren Zellen. Somit sind neben Erfahrungen etwa auch Glaubenssätze („Ich muss viel arbeiten, um erfolgreich zu sein“) im Körper repräsentiert. Das kann sich äußern als Muster von bestimmten Gelenkstellungen, Bewegungen, inneren Bildern, Emotionen oder Muskelspannungen (wir sprechen hier von sogenannten Somatischen Markern). Im Embodiment-Coaching nutzen wir die „Körperintelligenz“ als wertvollen Wissens- und Kompetenzspeicher. Zudem wird der permanente Austausch zwischen Unterbewusstsein, Innen und Außen berücksichtigt. Kurz: Bei Embodiment geht es besonders um die Wechselwirkungen zwischen Körper und Psyche.

„Der Körper ist der Spiegel der Seele“ – eigentlich weiß der Volksmund schon lange um diese Wechselwirkung. So sind bestimmte Emotionen immer mit einem passenden Körperausdruck verknüpft. Man weiß auch, dass dies in beide Richtungen geht – so wird man z.B. regelrecht müde und erschöpft, wenn man die entsprechende Körperhaltung einnimmt. Eine aufrechte Körperhaltung macht unseren Geist wach. Dies wird durch Forschungen bestätigt: Körperausdruck und -haltung bestimmen unsere Kognition und Emotion!

Neurobiologie bestätigt Embodiment-Lehre

Embodiment wird z.B. im Rahmen des Züricher Ressourcen Modells (ZRM) in der Psychologie für das Selbstmanagement eingesetzt. Hier geht es darum, unsere Handlungen, Gefühle, Gedanken und Reaktionen auf die Umwelt so zu koordinieren, dass wir uns zielgerichtet und befriedigend durch den Alltag bewegen können. Dazu werden bewusst körperliche Elemente (somatische Marker) eingesetzt. Intelligenz bzw. „intelligentes Handeln“ sind damit sozusagen verkörperte Intelligenz.

Auch die Neurobiologie fokussiert stark auf das Embodiment. Gehirn und Körper bilden demnach eine untrennbare Einheit. Über Blutkreislauf und Nervenbahnen gelangen Signale vom Gehirn in den Körper und lösen dort Reaktionen aus – gleichzeitig sendet unser Körper über die dort ablaufenden Prozesse Signale ans Gehirn und verändern dort bestimmte Abläufe. Die Idee, dass unser Gehirn lediglich ein „Denkorgan“ sei, das losgelöst vom Körper funktioniert, gilt damit als überholt.

Vielmehr berührt das Thema die uralte, philosophische Frage nach dem Zusammenhang von Körper, Seele und Geist.

Heute wissen wir, dass unser Denken und unser Verstand uns häufig in Sackgassen führen, erst recht die Verleugnung unserer Gefühle. Um glücklich und zufrieden in der Welt unterwegs zu sein, müssen wir etwas empfinden – und nicht nur rational mit dem Verstand arbeiten. Es ist also an der Zeit, „die verloren gegangene Einheit von Denken, Fühlen und Handeln, von Rationalität und Emotionalität, von Geist, Seele und Körper wiederzufinden. Sonst laufen wir Gefahr, uns selbst zu verlieren.“ (Gerald Hüther in: „Embodiment. Die Wechselwirkung von Körper und Psyche verstehen und nutzen“, ein sehr lesenswertes Buch, das Embodiment aus verschiedenen Blickwinkeln beschreibt)

Das Embodiment-Konzept nach meinem Ausbilder Rolf Krizian umfasst eine Kombination von asiatischen und westlichen Konzepten wie z.B. der Kampfkunst Taijiquan, der Körperpsychotherapie Hakomi, der Philosophie des Zen, der Soziologie (Niklas Luhmann), der Systemischen Lehre, dem hypnosystemischen Ansatz nach Gunther Schmidt sowie den Ergebnissen aus der Neurobiologie (Antonio Damasio, Humberto Maturana) und der Hirnforschung (Gerald Hüther, Joachim Bauer).

Wofür eignet sich Embodiment im Coaching?

Der Embodiment-Ansatz ist im Coaching besonders geeignet, wenn es darum geht, z.B. „tieferen“ Mustern auf die Spur zu kommen. Ein klassisches Beispiel: Der Klient möchte ein bestimmtes Verhalten ändern, scheitert aber hartnäckig daran, weil „irgendwas“ in ihm stets das andere Verhalten schneller hervorbringt: „Ich wollte meinen Kindern gegenüber nicht wieder so ausrasten, wenn ich abends nach Hause komme –  dann habe ich doch wieder losgebrüllt, obwohl ich das gar nicht wollte. Wenn ich zur Tür hereinkomme, läuft das wie ein automatisches Programm ab, dass ich mich über alles sofort aufrege.“

Auch Themen, die mit Barrieren („ich komme da nicht weiter, obwohl ich will“, „ich kann mich nicht entscheiden“) und Sehnsüchten oder stark belastenden Erinnerungen (oftmals aus der Kindheit, die wir als Kinder einfach emotional stärker erlebt haben) verknüpft sind, können im Embodiment besonders gut bearbeitet werden.

Nach meiner persönlichen Erfahrung landen wir im Embodiment innerhalb weniger Minuten oft beim eigentlichen Thema. Etwa, wenn ein Klient wegen eines aktuellen Konflikts („Vorschnelles Ausrasten gegenüber der Familie“) ein Coaching bucht, es aber genau um die inneren Konflikte („Ich liebe meine Familie, bin aber überfordert und brauche mehr Zeit für mich“) des Klienten geht, die sehr schnell und unbewusst greifen und das Konfliktverhalten stärker steuern und beeinflussen als ein bewusst kognitiv gewähltes Verhalten.

Der Unterschied zwischen Embodiment-Coaching und klassischem Business-Coaching

Wie bei jedem Coaching beginnen wir zunächst mit der der Frage, an welchem Thema der Klient heute arbeiten möchte. Wenn ich als Coach den Eindruck habe, durch die Körperintelligenz hier bessere oder andere Ergebnisse erreichen zu können und der Klient dieser anderen Arbeitsweise zustimmt, beginnen wir mit einigen Minuten Taijiquan. Mit weichen, fließenden Bewegungen kommt der Klient überhaupt erst einmal in Kontakt mit seinem Körper. Damit erzeugen wir eine gewisse Achtsamkeit bei ihm und beim Coach. Dieser Teil ist wichtig, um den „inneren Beobachter“ bei beiden installieren zu können, denn im Alltag sind wir westlichen Menschen es nicht (mehr) gewohnt, Signale unseres Körpers überhaupt wahrzunehmen.

Danach arbeiten wir mit den Somatischen Markern, die sich in aller Regel schon beim Taiji gezeigt haben, weiter. Es gibt verschiedene Techniken und Methoden, hier mit der Körperintelligenz durchaus eine ganze Sitzung weiter zu arbeiten. Wesentlich dabei ist, dass weniger gesprochen wird und überhaupt der ganze Coaching-Prozess stark verlangsamt wird. Es ist eben weniger ein Arbeiten auf kognitiver Ebene durch Reflexion, sondern geht stärker um die Rückkoppelungen und Bezüge zwischen biologischem System (der Körperintelligenz), dem psychischen System (Emotionen, Gedanken, innere Bilder) und dem sozialen System (der Kommunikation).

Welchen Bezug hat Embodiment zum herkömmlichen Coaching?

Der Ablauf eines Embodiment-Coachings unterscheidet sich deutlich vom bekannten Business Coaching. Insgesamt wird, wie oben geschildert, weniger gesprochen. Doch der Embodiment-Ansatz und seine Philosophie verbinden wiederum viel mit dem herkömmlichen Business-Coaching. Embodiment basiert auf der Systemischen Lehre und dem hypnosystemischen Ansatz nach Gunther Schmidt (unser Ausbilder Rolf Krizian arbeitet u.a. in Schmidts Heidelberger SysTelios-Klinik). Es ist daher auch vollkommen ergebnisoffen, der Coach vertraut zutiefst auf die Autopoiese des Klienten (der Klient ist zur vollkommenen Selbststeuerung fähig und nimmt das wahr, was für ihn passt bzw. auf seine eigene Sichtweise der Welt), der Emergenz (es zeigt sich das, was entstehen will bzw. im Entstehen begriffen ist) und des Konstruktivismus (wir „konstruieren“ unsere Weltsicht beständig selbst und tendieren dazu, diese Sichtweise zu behalten).

Somit sind viele Grundlagen dem heute üblichen, systemisch-konstruktivistischen Ansatz entnommen.

Interessante Verbindung: Embodiment und intuitives Bogenschießen

Neben innerem Taiji und speziellen Embodiment-Interventionen lässt sich das Embodiment-Konzept auch hervorragend mit intuitivem Bogenschießen verbinden. Die Menschheit bringt jahrtausendealte Erfahrungen im Bogenschießen mit, die heute noch in vielen Bewegungsmustern vorhanden ist. Klienten berichten öfter, dass sie die Bewegungen „irgendwie bereits zu kennen glauben.“ Auch sprachlich kommen viele Metaphern aus dem Bogenschießen („den Bogen überspannen“, „Haltung bewahren“, „Ziel im Auge behalten“…).

Beim intuitiven Bogenschießen kann ähnlich wie beim Taiji auch mit Somatischen Markern gearbeitet werden. Dazu kommen viele Effekte des Bogenschießens, die die Wirkung des Embodiment-Coachings noch begünstigen bzw. verstärken:

  • Verbesserung des Körpergefühls und der Körperwahrnehmung
  • Stressbewältigung durch den Abbau von Stresshormonen
  • Stressprävention für den beruflichen und privaten Alltag
  • Verbesserung der Konzentration, der Atmung, des Stands
  • Und nicht zuletzt Spaß an der Erfahrung, an der Erkenntnis – was den Transfer in den Alltag sichert

Klienten berichten davon, „ganz anders geerdet“ zu sein oder einen „stabilen Stand“ gefunden zu haben. Oder dass Bogenschießen wie Meditation sei, nur mit Bewegung (was den meisten Menschen hier im Westen wesentlich leichter fällt, als stundenlang still zu sitzen) und dass sie danach ruhiger sind.

>> Hier geht’s zu einem Bericht über mein erstes Wochenende „Intuitives Bogenschießen“

Sie wollen mehr über Embodiment erfahren?

Falls Sie mehr über Embodiment wissen wollen, empfehle ich Ihnen das Buch von Maja Storch, Benita Cantieni, Gerald Hüther und Wolfgang Tschacher: „Embodiment. Die Wechselwirkung von Körper und Psyche verstehen und nutzen“.

Selbstverständlich können wir auch in einem Coaching Ihre Körperintelligenz nutzen oder das Ganze auch mit Intuitivem Bogenschießen verbinden. Kontaktieren Sie mich einfach.

Dr. Markus Blaschkas Tipp:

Als Projektleiter bin ich für das gesamte Projekt verantwortlich, muss aber nicht selbst alles erledigen!

© by Dr. Markus Blaschka 2019

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