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Die Kunst der richtigen Motivation

Wenn es um die Bedeutung persönlicher Freiräume für die wirkungsvolle und zeitgemäße Motivation von Mitarbeitern geht, darf ein Blick auf die Kernthesen des US-Wissenschaftsjournalisten Daniel H. Pink nicht  fehlen. Der Redenschreiber des früheren Vizepräsidenten Al Gore wundert sich in seinen Büchern und Artikeln darüber, wie wenig Niederschlag die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung im Führungsstil und der Mitarbeitermotivation vieler Firmen gefunden haben. Vielerorts reagiere das Management noch mit „Zuckerbrot und Peitsche“, also äußeren Einflussfaktoren, anstatt Nutzen aus den Modellen zur Entwicklung individueller Eigenregie zu ziehen.

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In seinem im Mai auf Deutsch erschienenen Buch „Drive – Was Sie wirklich motiviert“ geht er das Thema von äußeren Belohnungssystemen und inneren Dynamiken für die Motivation noch einmal grundsätzlicher an. Er demonstriert, dass das alte Prinzip von Bestrafung und Belohnung exakt der falsche Weg ist, um Menschen für die Herausforderungen von Heute zu motivieren, egal ob in Beruf oder Privatleben.

Motivation und Betriebsysteme

Pink vergleicht Motivation mit menschlichen Betriebssystemen. Die erste Version ist viele zehntausende Jahre alt war einzig auf das Überleben ausgerichtet. Motivation 2.0 hatte seine Blütezeit in der Industrialisierung und ist auf externe Belohnung und Bestrafung aufgebaut. Mit dieser Form der Motivation lassen sich Routinearbeiten effizient erledigen. Gleichzeitig wird ein Verhalten gefördert, dass uns nur bis zum Erhalt der Belohnung arbeiten lässt. Kurzsichtigkeit und Dienst nach Vorschrift ist das Ergebnis.

In unserer heutigen komplexen Wissensgesellschaft braucht es dagegen ein neues Betriebssystem. Während Motivation 2.0 Pflichterfüllung erforderte, verlangt Motivation 3.0 Engagement und Leidenschaft. Genauso wie sich mit Motivation 2.0 und 3.0 Formen der extrinsischen und intrinsischen Motivation gegenüberstehen, genauso unterschiedlich sind die dahinter liegenden Menschenbilder.

Motivation und innere Ressourcen

Viele Führungskräfte glauben auch heute noch, dass ihre Mitarbeiter nicht gerne arbeiten und der Arbeit am liebsten ganz aus dem Weg gehen. Theorie X-Menschen müssen daher gezwungen und kontrolliert werden. Umgekehrt könnte man seine Sicht auf die Mitarbeiter aber auch ändern und in ihnen engagierte, kreative Menschen mit vielen Interessen sehen, die unter den passenden Bedingungen gerne Verantwortung übernehmen.

Pink stellt dem Typ-X das Typ-I-Verhalten gegenüber. Seine Kernthese ist, dass Typ-I-Verhalten erzeugt und nicht angeboren ist. Jeder Typ X kann ein Typ I werden. Seine zweite These lautet, dass auf lange Sicht die Leistung der I-Typen fast immer die der X-Typen übertrifft, was er mit vielen Beispielen aus der Praxis belegt.

Ideale Arbeit „im Flow“

An vielen Stellen in seinem Buch geht es daher darum, wie man Typ-I-Verhalten fördern kann. Beispielsweise durch Schaffung von 20-Prozent-Zeit, in der Mitarbeiter Projekte ihrer Wahl durchführen können oder durch „Goldlöcken-Aufgaben“, die einen idealen Arbeitszustand und das Erreichen des „Flow“ ermöglichen sollen.

Für ein optimales Typ-I-Verhalten braucht es drei Nährstoffe: Selbstbestimmung, Perfektionierung und Sinnerfüllung. Der ganze zweite Teil seines Buches widmet sich diesen Aspekten, die für ihn wesentlich zum Menschsein dazugehören. Folgerichtig schließt das Buch aber mit einem dritten Teil ab, der den Titel „Der Typ-I-Werkzeugsatz“ trägt.

Vorbilder für Motivation

Wenn Typ-I-Verhalten erzeugt, also individuell erarbeitet wird, dann genügt es nicht, kurz darüber zu lesen, dann müssen wir die Ärmel hochkrempeln und anfangen. Wir finden hier Strategien, um Motivation zu wecken, um in der Firma, im Büro oder unserer Gruppe besser zu werden. Pink gibt auch ganz praktische Antworten darauf, wie man Menschen auf die Typ-I-Weise am besten bezahlt.

Daniel H. Pink stellt uns zudem Menschen vor, die diese neuen Ansätze zur Motivation bereits erfolgreich in ihr Leben integriert haben und uns damit entschlossen einen außergewöhnlichen Weg in die Zukunft zeigen. Umgekehrt macht es Sinn, Pinks Buch auch mit einem kritischen Auge zu lesen. Es ist wohl die richtige Balance zwischen inneren und äußeren Faktoren, die dazu führen, ob ich „im Flow“ bin. Nicht zuletzt zeigt das Buch auch, dass selbst Pink nicht gefeit ist, einer Reihe moderner Mythen über die Kunst der permanenten Selbstoptimierung aufzusitzen.

Daniel H. Pink: Drive – Was Sie wirklich motiviert, Ecowin Verlag 2019, 284 Seiten, ISBN: 978-3902404954.