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René Schröder

Der Agile Coach als Ratgeber

Wenn es um die Transformation von Unternehmen im Zeichen der Digitalisierung geht und um komplexe neue Lösungen, zeigt das Agile Coaching seine Stärken. Gerade im Zuge großräumiger und schnellgetakteter Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft im Zuge der Corona-Pandemie ist Orientierung wichtig. Speziell bei der Einrichtung oder Weiterentwicklung großer Softwarearchitekturen kommen deshalb die Besonderheiten von Scrum, Kanban oder Extreme Programming zum Tragen. Experte auf diesem Gebiet ist mein Netzwerkpartner René Schröder aus München, mit dem ich die Überzeugung von der Wirksamkeit der Arbeit als Agile Coach teile. Bereits vor zwei Jahren war René für ein Interview hier Gast.

René  arbeitet seit 2001 als zertifizierter Projektleiter und Coach in den Bereichen Automotive, Consumer und Reisen. Die Stärken seines ganzheitlich orientierten Ansatzes liegen in der Wahl des geeigneten Methodenmixes bei der Betrachtung des Dreiklangs von Projektmanagement, Softwarearchitektur und Testverfahren. Dieser ermöglicht einen nachhaltigen Transformationsansatz.

Entscheidungsdruck vor der Messe

Seine Erfahrungen aus dem Coaching-Alltag mit den Tücken, Missverständnissen und falschen Erwartungen an agile Methoden hat er jetzt in Form eines unterhaltsamen Buches zusammengefasst. Die „Panda Stories“, so der Titel, begleiten Ray, Howard und Britta in ihrem Unternehmen, das sich entschlossen hat, Agilität einzuführen. Hierfür wurde Howard als Scrum Master ausgewählt und Britta als Agile Coach begleitet ihn. Das Team muss zu einer wichtigen Messe binnen vier Wochen viele neue Features fertigbekommen, was sie vor eine große Herausforderung stellt. Ray als Product Owner hat dazu viele Fragen, die er in der Agile Clinic beantwortet bekommt. Parallel dazu soll noch die agile Transformation bewältigt werden.

Warum gerade der ungewöhnliche Titel „Panda Stories“? René erklärt dazu: „Ich habe ein Buch über Kindererziehung gelesen ,Panda Mama‘. Darin geht es darum, dass man seinen Kindern alle Freiräume gibt, sich selbst zu entwickeln, aber sie in ihrem Tun dennoch beschützt. Also eine passende Umgebung für die Kinder zu schaffen, in der sie  lernen und sich entwickeln können. Genauso sollten auch Scrum Master und Agile Coaches sein. Wobei der Protagonist Howard eher einen Anti-Panda-Stil hat und Britta eher in Richtung Panda tendiert. Diese zwei Pole möchte ich aufzeigen.“

Agile Coaches im Zwiespalt

Zum Anlass des Buches erklärt René weiter: „Ein wichtiger Impuls waren sicher meine Erlebnisse in verschiedenen Unternehmen, die gezeigt haben, wie sich Scrum Master und Agile Coaches da teilweise ,benehmen‘ und glauben, eine Transformation durchdrücken zu können. Diese Erfahrungen wollte ich in eine ansprechende Geschichte verpacken, um sie erlebbar zu machen.

Nach dem Motto: So funktioniert es, so eher nicht. Und zwar anhand von ganz praktischen Situationen sowie Frage- und Aufgabenstellungen in Diskussionsform erläutert. Im Rahmen einer Geschichte mit Unterhaltungswert kann man sich die Details aus meiner Sicht auch besser merken.“ Ganz witzig: Als Aufhänger der Kernaussage gibt es zu den einzelnen Kapiteln auch einen kurzen Filmclip als Teaser.

Homeoffice und agile Transformation

Die „Panda Stories“ wenden sich in erster Linie an Scrum Master, Agile Coaches und all jene, die für eine agile Transformation im Unternehmen verantwortlich sind und verstehen wollen, warum es unter Umständen gerade nicht so läuft. Themen, die unter anderem behandelt werden,  sind Refinement und User Stories, Retrospektive und DoR, Sprintlänge und -ziel, Eskalationen und Teamgeist und als ganz aktueller Aufhänger natürlich alle Fragen rund um agiles Arbeiten und Homeoffice.

Das Buch bzw. die einzelnen Kapitel daraus erscheinen ganz aktuell als eBook oder auch gedruckt. „Das sind ganz praktische Einheiten, zu denen es jeweils noch einen kleinen Zusatztest zum Verständnis gibt“, erklärt René. Einen Einblick in die „Pandy Stories“ gibt es hier auf der Homepage von René. Für den E-Book-Reader von kindle ist das erste Kapitel auf Amazon hier abrufbar. Ein Taschenbuch mit der ISBN-Nummer 979-8580437781 ist in Vorbereitung.

Kurzer Dialog aus der Agile Clinic

Zur Einstimmung gibt es nachfolgend noch einen kurzen Dialog mit der Agile Coach aus der Agile Clinic:

Ray: „Britta, was ich auch noch nicht verstehe, ist, warum ich die Akzeptanzkriterien zu den User Stories schreiben muss.“

Howard: „Das ist recht einfach zu verstehen. Mit den Akzeptanzkriterien kannst Du festlegen, wann Du die User Story im Review abnehmen möchtest bzw. kannst, also wann Du sie akzeptierst. Somit müssen sie von Dir kommen.“

Britta: „Das ist grundsätzlich richtig, Howard, sie dienen dazu, zu verstehen, wann eine User Story fertig ist. Die Herausforderung liegt darin, dass die Akzeptanzkriterien einer User Story bestätigt, ob die Funktion der User Story richtig entwickelt wurde.“

Howard: „Die Funktion kommt vom Product Owner.“

Britta: „In den meisten Fällen ist der Product Owner kein Funktionsexperte, er ist Nutzenexperte, er weiß, WAS der Kunde braucht und das Team hilft ihm dabei, die hierfür richtige Funktion zu finden.“

Howard: „Achso, ich verstehe, denke ich … Die Funktion muss erst vom Team kommen, bevor die Akzeptanzkriterien geschrieben werden können.“

Britta: „Das ist die Idee hinter den User Stories, ja.“

Ray: „Danke Britta.“

Ray: „Howard, Du hast in der letzten Retrospektive die DoR eingeführt, ich verstehe noch nicht ganz, wofür die da ist?“

Howard: „Sie soll uns und dem Team helfen, Qualitätskriterien für die User Stories, die Du schreibst, festzulegen.“

Ray: „Und was passiert, wenn diese nicht erfüllt sind, darf es dann nicht in den Sprint?“

Howard: „Kriterien sind dafür da, eingehalten zu werden, oder nicht?“

Ray: „Das klingt nicht richtig.“

Britta: „Die Idee von Howard mit der DoR war gut, sie dient dazu, ein gemeinsames Verständnis zu schaffen, in welcher Form, wir die PBI, also zum Beispiel User Stores schreiben wollen. Und  dass diese geschätzt sind und einen Business Value haben, sieht auch der Scrum Guide vor.“

Howard: „Na, dann ist ja alles gut!“

Britta: „Dennoch wie bei allen Themen, es dient zur Kommunikation und nicht zum Ausschluss dieser.“

Howard: „Was bedeutet das?“

Britta: „Erfüllt ein PBI die DoR mal nicht, gilt es, darüber zu reden, ob es möglich ist, dies noch zu erfüllen, oder ob es diesmal nicht nötig ist. Kommunikation über Prozesse, ist auch hier wieder der bessere Weg.“

Ray: „Ok, ich danke Euch!“

 

Zur Person 

René Schröder arbeitet seit 2001 als zertifizierter Projektleiter und Coach in den Bereichen Automotive, Consumer und Reisen. Er betreute unter anderem erfolgreiche IT-Projekte in Leipzig, Köln, Frankfurt am Main und München, etwa bei der BMW Group AG und der BayWa AG. Die Stärken seines ganzheitlich orientierten Ansatzes liegen in der Wahl des geeigneten Methodenmixes bei der Betrachtung des Dreiklangs von Projektmanagement, Softwarearchitektur und Testverfahren. Dieser ermöglicht einen nachhaltigen Transformationsansatz. Werden die Methoden in Abstimmung aufeinander und den bestehenden Kontext ausgewählt, verstärken sie sich gegenseitig und etablieren nach Aussage von Schröder „Business Agilität auf einem neuen Niveau“.

Foto: René Schröder privat

Dr. Markus Blaschkas Tipp:

Als Projektleiter bin ich für das gesamte Projekt verantwortlich, muss aber nicht selbst alles erledigen!

© by Dr. Markus Blaschka 2019

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