
Wenn das C-Level nicht mitzieht, kann Coaching im Unternehmen nicht wirken
Coaching in Unternehmen: Warum es oft scheitert – und was wirklich hilft
Coaching kann in Unternehmen viel zum Unternehmenserfolg beitragen. Allerdings müssen die Rahmenbedingungen dafür stimmen. Coaching scheitert oft nicht an Coaches oder Klient:innen. Es liegt häufig an fehlenden Strukturen, mangelndem Support oder an der Unternehmenskultur.
In dieser Artikelserie beleuchte ich zentrale Erfolgsfaktoren auf Unternehmensseite. Nur damit funktioniert Coaching in Unternehmen. Coaching-Erfolg braucht mehr als nur gute Coaches und interessierte Klienten.
Die Basis für diese Artikelserie
Seit 2007 bin ich Business Coach. In dieser Zeit habe ich Hunderte Klient:innen begleitet. Dazu gehören Führungskräfte, Projektverantwortliche und Selbstständige. Ich habe Branchenerfahrung von IT über Pharma und Automotive bis zum Gesundheitswesen. Personalentwickler begleite ich beim Aufbau von Coaching als Maßnahme im PE-Mix. Schließlich habe ich über zwölf Jahre lang Business Coaches ausgebildet.
Coaching in Unternehmen kann viel Positives bewirken, wenn es richtig eingesetzt wird.
Für Führungskräfte bedeutet Coaching:
- Klarere Entscheidungen und mehr Souveränität im Führungsalltag.
- Bessere Kommunikation mit Teams, Kolleg:innen und Vorgesetzten.
- Reflexion über blinde Flecken, um Herausforderungen gezielt anzugehen.
- Persönliches und berufliches Wachstum
Für Unternehmen bedeutet Coaching:
- Führungskräfte, die bewusst handeln, Verantwortung tragen und ihre Rolle gut ausfüllen.
- Weniger Reibungsverluste, weniger Konflikte und schnellere Konfliktbehebung.
- Mehr Eigenverantwortung und Problemlösungskompetenz auf allen Ebenen.
- Höhere Zufriedenheit und geringere Fluktuation durch gezielte Entwicklung.
Doch Coaching funktioniert nicht im luftleeren Raum. Ob es wirklich wirkt, hängt nicht nur vom Coach und den Klienten ab. Unternehmen müssen Coaching nicht nur einkaufen, sondern es strategisch ermöglichen und fördern.
Ein zentraler Faktor ist dabei das Top-Management selbst. Denn Coaching-Kultur beginnt ganz oben.
Wenn das C-Level nicht mitzieht, kann Coaching im Unternehmen nicht wirken.
Coaching in Unternehmen funktioniert nur, wenn die oberste Führungsebene – wie Geschäftsführer, Vorstand oder CEO – es nicht nur erlaubt, sondern auch aktiv unterstützt. Doch gerade hier gibt es oft die größten Widerstände.
Viele Top-Manager haben über Jahre hinweg ihre eigenen Erfolgsstrategien entwickelt. Sie sind es gewohnt, Entscheidungen alleine zu treffen. Oft sind sie nur von Ja-Sagern oder direkten Gegnern umgeben. Echte Reflexion? Fehlanzeige. Es gibt oft eine Widerstandhaltung gegenüber allen Methoden, außer den eigenen Erfolgsstrategien. Hinzu kommt eine erdrückende Einsamkeit. Neutrale Sparringspartner mit Verständnis und Einfühlungsvermögen gibt es nicht.
Paradoxerweise ist Coaching gerade für diese Positionen unverzichtbar. Wer auf dieser Ebene arbeitet, trifft große Entscheidungen. Diese haben viel Einfluss – auf das Unternehmen, die Mitarbeiter und vor allem auf einen selbst. Ein neutraler Sparringspartner, der offen spiegelt und keine Karten im Spiel hat, kann hier unendlich hilfreich sein.
Coaching-Kultur entsteht aber nicht durch Lippenbekenntnisse. Vor allem auf der C-Ebene müssen Führungskräfte mit gutem Beispiel vorangehen.
Fünf Maßnahmen, um Coaching im Top-Management zu etablieren:
- Eigene Coaching-Erfahrungen teilen: Vorstände und Geschäftsführer sollten offen zeigen, dass sie Coaching nutzen. Das kann bei internen Veranstaltungen, in Unternehmens-Newslettern oder auf LinkedIn geschehen.
- Coaching als strategisches Führungsinstrument positionieren: Das Top-Management muss Coaching als festen Bestandteil der Führungskräfteentwicklung verankern. Es braucht ein klares Bekenntnis in Leitlinien und Zielvereinbarungen.
- Top-Führungskräfte sollten als Promotoren für Coaching agieren. Sie müssen Coaching aktiv empfehlen.
- Coaching-Pilotprojekte für das Top-Management starten: Programme für Vorstände und Geschäftsführungen anbieten. So können sie Coaching selbst erleben und den Nutzen verstehen.
- Vorbild für eine offene und reflektierte Führungskultur sein: Wer an der Spitze steht, prägt die Kultur des Unternehmens. Wenn das Top-Management selbst vorlebt, dass Reflexion, Feedback und persönliche Entwicklung zum Führungsalltag gehören, sendet es ein starkes Signal an die gesamte Organisation.
Praxis-Tipp: Eine Coaching-Kultur lässt sich nicht „verordnen“. Sie muss von den Führungskräften gelebt werden. Der Weg dorthin? Selbst Coaching in Anspruch nehmen, über die Erfahrungen sprechen und andere ermutigen. Das schafft Glaubwürdigkeit und Vertrauen. So sendet der C-Level das richtige Signal pro Coaching ins Unternehmen.
Du hast den ersten Teil der Serie verpasst? Hier liest du, warum eine starke Personalentwicklung der Schlüssel für erfolgreichen Coaching-Einsatz ist:
Im nächsten Teil geht es darum, welche Rolle die Führungskräfte mit einer unterstützenden Haltung die Qualität und Wirksamkeit von Coaching deutlich steigern können.
Du willst den Überblick über alle Erfolgsfaktoren auf Unternehmensseite? Hier findest du die gesamte Serie im Überblick.
Du willst Coaching strategisch in deinem Unternehmen einführen? Ich unterstütze Unternehmen auf verschiedene Weise. Dazu gehört der Aufbau von Coach-Pools, die Integration in Entwicklungsprogramme und die Entwicklung einer nachhaltigen Coaching-Strategie.
Buche ein unverbindliches Beratungsgespräch. Dann skizzieren wir erste Ideen für Dich.