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Die besten Tools der Titanen

Spätestens seit Donald Trump US-Präsident ist, haben wir gelernt, dass sich mit der Macht des Superlativs Weltpolitik machen lässt. Was dabei herauskommt, steht auf einem anderen Blatt. Auch für Buchautoren ist der Superlativ offenkundig unwiderstehlich, wenn sich damit Auflage und somit Umsatz generieren lassen. Diesem Erfolgsrezept folgt auch der US-Autor und Unternehmer Tim Ferriss. Mit seinen Büchern „Die Vier-Stunden-Woche“ und „Der Vier-Stunden-Körper“ zur besseren Selbstorganisation und körperlichen Fitness schaffte er es in die New York Times-Bestsellerliste und machte sich einen Namen als Podcaster und Medienunternehmer.

Ein Buch, das „mein Leben verändert hat“

Noch progressiver klingt sein neuestes Werk „Tools der Titanen – Die Taktiken, Routinen und Gewohnheiten der Weltklasse-Performer, Ikonen und Milliardäre“, das 2017 auf Deutsch erschienen ist. Wer einen Blick in das telefonbuchdicke 736-Seiten-Werk wirft, merkt schnell, dass er nicht ein linear verfasstes Buch in Händen hält. Sondern ein Kompendium aus Werkzeugen, Taktiken, Insiderwissen und Optimierungspotenzialen. Ferriss schreibt selbst, dass er „dieses ultimative Notizbuch“ für sich selbst verwendet und es „mein Leben verändert“ hat.

Zu seinem Vorgehen schreibt der Autor: „In den letzten zwei Jahren habe ich beinahe 200 Weltklasse-Performer interviewt.“ Die Bandbreite der Gäste reicht von Hollywoodstars (Jamie Foxx, Arnold Schwarzenegger) und Topathleten bis hin zu Künstlern, Wissenschaftlern, Milliardären oder legendären Kommandanten von Spezialeinheiten.

Tools der Titanen vom Informationsbuffett

Mit seiner Fülle an Ideen, Anregungen, Konzepten und Handlungsanweisungen zur Erfolgsoptimierung erscheint „Tools der Titanen“ wie ein Informationsbuffett, aus dem sich jeder das Richtige herauspicken kann. Der Autor selbst fordert seine Leser auf, hin und her zu springen und nur das zu nehmen, was er im Moment gerade braucht. Um in die unüberschaubare Flut an Informationen wenigstens halbwegs Struktur zu bringen, ist es in die drei Bereiche Gesundheit, Reichtum und Weisheit gegliedert. Die Beiträge sind überschaubar und gut zu lesen, weil sie in der Regel kurz und sehr pragmatisch ausfallen. Statt seitenlanger Theorien gibt es handfeste Anwendungstipps. So erfährt man etwa von Arnold Schwarzenegger, wie man Gegner psychologisch einschüchtert, sollte dies nötig sein. Umgekehrt helfen vielleicht die Anregungen von Vier-Sterne General Stanley McChrystal zur Stärkung der mentalen Belastbarkeit mit nur drei Übungen täglich. Schauspieler Jamie Foxx zeigt, wie man seine Ängste abbaut und Selbstvertrauen aufbaut

Das Geheimnis des Glücks

Milliarden-Investor Chris Sacca erläutert in „Tools der Titanen“, wie man im Leben „in die Offensive geht“. Sollte es dabei zu Rückschlägen und Versagen kommen, helfen  die Tipps von Navy-Seal Jocke Willink dabei, dies wegzustecken. Die Meditationslehrerin Tara Brach erläutert passend dazu, wie man negative Energien von anderen für sich umwandelt. Schwächen in Stärken zu verwandeln, ist dagegen das Steckenpferd von „Hollywood-Zauberer“ Robert Rodriguez. Dilbert-Cartoon-Zeichner Scott Adams rät ergänzend, dass es besser ist, in zwei oder mehr Disziplinen sehr gut zu sein als in einer einzigen Bestleistungen anzustreben. Wie man die Geheimnisse des Glücks findet, verrät wiederum  der frühere Google-Mitarbeiter Chade-Meng Tan.

Wer die mitunter verblüffend einfachen „Über-Drüber-Rezepte“ der Weltklasse-Performer studiert, kann sich mitunter des Eindrucks nicht erwehren, dass hier der Selbstoptimierungswahn unserer Zeit auf die Spitze getrieben wird. So mag man auch mit einem Schmunzeln zur Kenntnis nehmen, dass ein deutscher Autor von Weltrang bereits vor langer Zeit drei einfache Wahrheiten erkannt hat, die überzeugender als viele der Expertentipps erscheinen.

Deutscher Klassiker zeigt die besten Tipps

Hermann Hesse hat sie in seinem Klassiker „Siddharta“ beschrieben:

  • „Ich kann denken“: Gute Fragen, die man sich selbst und anderen stellen kann, tragen zur Entscheidungsfindung bei.
  • „Ich kann warten“: Die Fähigkeit, seine Kräfte einzuteilen und geduldig durchzuhalten.
  • „Ich kann fasten“:  Gemeint ist damit die Fähigkeit, Probleme und Krisen bewältigen zu können. Eine hiflreiche Schmerzunempfindlichkeit lässt sich antrainieren.

Meiner Ansicht nach ist das eines der besten Erfolgsrezepte aus den „Tools der Titanen“.

Ein überlegenswerter Kerngedanke des Buches ist auch, dass die sogenannten „Weltklasse-Performer“ nicht unbedingt über Superkräfte verfügen, um ihre Ziele zu erreichen, sondern nur mehr Beharrungsvermögen an den Tag legen oder besondere Fragen stellen, die zur Beantwortung das normale Denken durchbrechen.

Künstliche Zwänge durchbrechen

Was rät Ferriss seinen Lesern dazu? „Wie ein Schmetterling, der mit neuen Fähigkeiten aus einer Chrysalis hervorbricht. Ihre ,normalen‘ Systeme, die gesellschaftlichen Regeln, die Sie sich auferlegen, und die üblichen Rahmenbedingungen funktionieren nicht, wenn man eine Frage wie diese beantworten will. Stattdessen ist man gezwungen, künstliche Zwänge abzulegen – so als häute man sich. Dann merken Sie, dass Sie schon die ganze Zeit die Fähigkeit hatten, Ihre Wirklichkeit zu verändern. Sie brauchen dazu nur etwas Übung.“

Timothy „Tim“ Ferriss: Tools der Titanen – Die Taktiken, Routinen und Gewohnheiten der Weltklasse-Performer, Ikonen und Milliardäre, FinanzBuch Verlag 2017, 736 Seiten, ISBN: 978-3959720465.

 Foto: Tim Ferriss